Facility Siting

Standortwahl

Bedeutung der Standortwahl

Trotz hoher Sicherheitsstandards ereigneten sich in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche schwerwiegende Vorfälle in chemischen Einrichtungen, die sowohl Folgen für die vor Ort arbeitenden Menschen als auch für die benachbarte Umgebung mit sich trugen.

An das katastrophale „Bophalunglück“ in den 1970er Jahren erinnert sich heutzutage selten jemand. Trotz vorgeschriebener Sicherheitsrichtlinien wurde durch einen prozessbedingten Fehler eine exotherme Reaktion unwiderruflich ausgelöst. Es wurden rund 40 Tonnen Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre freigesetzt, welches zur Folge hatte, dass bis zu 500.000 Menschen verletzt wurden und mindestens 3800 Menschen starben. Zahlreiche dichtbesiedelte Gemeinden lebten im Umkreis von 1 km um die Anlage herum; das Stadtzentrum mit 900.000 Einwohnern befand sich ca. 5 km entfernt. Verätzungen der inneren Organe sowie der Schleimhäute und Fehlbildungen der folgenden Generationen waren die Folgen.

Eine aktuellere Katastrophe ereignete sich im Jahre 2005 in England, rund 40 km von  London entfernt, indem mehrere

Tankbehälter durch eine fehlgeplante Lagerhaltung dominohaft nacheinander Feuer fingen und explodierten. Durch die massiven Energiefreisetzungen entstanden kumulierte Druckwellen, die im Umkreis von 1 km Gebäude, Fenster, Türen und Fahrzeuge zerstörten. 43 Menschen wurden leicht bis schwer Verletzt und 2000 Menschen mussten evakuiert werden.

Um diesen katastrophalen Szenarien in Zukunft effektiv vorbeugen zu können bietet das Facility Siting ein praxisorientiertes Standortsicherheitskonzept für chemischen und petrochemischen Anlagen, die die Eintrittswahrscheinlichkeiten von prozessbedingten Gefahren sowie Auswirkungen von Energiefreisetzungen, wie Feuer, Explosionen oder Toxinen, für die vor Ort arbeitenden Menschen deutlich verringert. Der Schwerpunkt dieser Facility Siting Studie liegt auf der Evaluierung, Bewertung, Minimierung und bestenfalls Eliminierung der potentiellen Gefährdungen von prozessbedingten Vorfällen, um einen höchstmöglichen Personenschutz am jeweiligen Unternehmensstandort zu gewährleisten.

Das Facility Siting als präventives Sicherheitskonzept

In den vereinigten Staaten ist dieses Konzept bereits rechtskräftig. Die amerikanische Occupational Safety and Health Administration (OSHA) definierte für das Process Safety  Management  (PSM)  Richtlinien,  indem  das  Facility

Siting Konzept einen festen Bestandteil in der Prozessgefahrenanalyse (Process Hazard Analysis – PHA) bildet. Die OSHA bezieht sich dabei besonders auf die räumliche Beziehung zwischen den Gefahren eines Prozesses und dem/den Standort(en) von Personen innerhalb der Anlage, insbesondere in kontinuierlich personell belegten Gebäuden, wie Kontrollräumen, Büros oder Messwarten. Das übergeordnete Ziel einer Facility Siting Studie ist es somit, sicherzustellen, dass das Risiko innerhalb der chemischen Anlage nicht potentiell größer ist als das Risiko außerhalb der Anlage. Damit stellt die Standortplanung nicht nur einen grundlegenden Aspekt des Risikomanagements dar, sondern ist auch ein wichtiger Bestandteil für eine inhärent sichere Gestaltung dessen.

Amerikanische Richtlinien und Anforderungen

Der amerikanische Standard API RP 752, Management of Hazards Associated with Location of Process Plant Buildings, bietet ein übergreifendes Regelwerk für das Facility Siting und wurde für den Einsatz in Raffinerien, chemischen und petrochemischen Betrieben, Anlagen zur Extraktion von Erdgasflüssigkeiten, Erdgas-verflüssigungsanlagen und anderen Onshore-Anlagen entwickelt, die unter das OSHA-Prozesssicherheitsmanagement für hochgefährliche Chemikalien, 29 CFR 1910.119, fallen. Der Fokus dieser Richtlinie liegt im Besonderen auf starre, permanente Gebäudestrukturen, die für den dauerhaften Einsatz an festen Standorten vorgesehen sind. Dabei sind, wie oben erwähnt, technische und organisatorische Einrichtungen, insbesondere Messwarten und Bürogebäude, inbegriffen, die im Falle einer Energiefreisetzung unabdinglich erhalten bleiben müssen.



Das amerikanische Recht bezieht sich bei dem Facility Siting des Weiteren auf Folgende Recommended Practices:

  • API RP 753, Management of Hazards Associated with Location of Process Plant Portable Buildings
  • API RP 756, Management of Hazards Associated with Location of Process Plant Tents
  • AICHE Zentrum für chemische Prozesssicherheit (Center of Chemical Process Safety - CCPS), Richtlinien für die Bewertung von Prozess- und Anlagengebäuden für Explosionen und Brände

Auf der Basis dieser Normen zur Identifizierung der langfristigen Risiken wird ein unter höchsten Sicherheitsvoraussetzungen optimales Standortlayout mit spezifischen Analysen und Handlungsoptionen zur Auslegung der Gebäude sowie technischen Anlagen innerhalb des Werksgeländes erstellt.

Die REDEQ GmbH als Facility Siting Spezialist in Deutschland

Die REDEQ GmbH als QM-Zertifiziertes Unternehmen hat sich in Deutschland im Bereich des Facility Sitings spezialisiert und hat das amerikanische Sicherheitskonzept mit der deutschen Gesetzgebung vereint. Bezogen auf die deutschen Richtlinien ist nach dem BImSchG, der BetrSichV, der StöV, der Richtlinie des Rates 96/82/EG (Soveso-II-Richtlinie) sowie mit weiteren gültigen europäischen Regelwerken die wichtige Aufgabe des Personenschutzes ausdrücklich herauszustellen und zu empfehlen. Die Kombination aus deutscher und amerikanischer Gesetzgebung ermöglicht es

hierzulande, auf wirksame Weise, ein hohes Schutzniveau am Arbeitsplatz zu ermöglichen und zu gewährleisten.
Um ein Facility Siting Projekt für Sie erfolgreich ermöglichen zu können, bieten die REDEQ GmbH über alle vordefinierten Projektphasen hinweg strukturierte und transparente Beratungs- und Projektsteuerungsleistungen an. Dabei erstellt das REDEQ-Spezialisten Team ein auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Standortsicherheitskonzept unter Berücksichtigung der bestehenden Systeme und Prozesse. Auf der Basis der aktuellen Normen und Richtlinien zur Identifizierung langfristiger Risiken für Ihren Standort, werden spezifische Analysen, technische Berechnungen und konkrete Handlungsoptionen   innerhalb  der   REDEQ-Projektphasen

ermittelt. Damit Sie einen ersten Eindruck erhalten, verwendet  die  REDEQ  GmbH  einen  phasenorientierten  Ansatz, welches strukturiert potentielle toxische sowie brennbare Explosionsgefahren unmittelbar identifiziert und deren Folgen bewertet.

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